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Vademecum
(Begleite-mich) für die Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes
Ein entwicklungsdiagnostisches Verfahren von Ines Schlienger
Institut für Sonderpädagogik der Universität Zürich, 1988

 

Das "VADEMECUM digital" als App fürs Handy und Tablet samt Auswertungs- und Interpretationsprogramm für die Fachpersonen auf:

 

Das VADEMECUM ist ein Beobachtungsverfahren zur Entwicklungsbegleitung und -diagnostik bei Kleinkindern im Alter von 3 bis 30 Monaten.

Die Angaben zur kindlichen Entwicklung werden von den nächsten Bezugspersonen des Kindes erhoben: Die Eltern erhalten von der begleitenden Fachperson ein Büchlein mit zahlreichen Beobachtungspunkten. Ein vom Kind erfüllter Punkt wird in die Schlusstabelle eingetragen.  Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse wird anschliessend von der Fachperson in enger Zusammenarbeit mit den Eltern geleistet.

Die Grundidee ist, die Handlungs- und Verhaltensweisen des Kindes in der ihm vertrauten Umgebung festzuhalten: also zu Hause, in der Kinderkrippe oder Spielgruppe. Bedingt durch diese ökopsychologische und alltagsorientierte Ausrichtung des Verfahrens wird auf standardisierte Testgegenstände verzichtet.

Die Anwendungsbereiche sind:

  • Heilpädagogische Früherziehung / Frühförderung
  • kinderärztliche Praxis
  • Erziehungsberatung
  • Mütterberatung
  • Physio- und Ergotherapie
  • Kinderkrippe
  • und weitere

 

Das VADEMECUM ist für Eltern und Fachpersonen relativ einfach zu handhaben. Damit können

  • Entwicklungsverzögerungen erkannt
  • Entwicklungsschwerpunkte festgestellt,
  • Hypothesen bezüglich weiterer Massnahmen gebildet, sowie als didaktisches Mittel
  • Mütter und Väter über die in unserem Kulturkreis zu erwartenden Entwicklungsschritte informiert werden.

 

Auswertung und Interpretation

Ausgewertet werden die Ergebnisse von der Fachkraft, die den Bezugspersonen das Handbuch und die Schlusstabelle ausgehändigt hat.
Die Entwicklungsnormen (90%, resp. 50%-Folien) sind bis zum Alter von 15 Monaten in Einmonatsschritten, bis zu 30 Monaten in Dreimonatsschritten angegeben.

Profilanalysen und Vergleiche mit dem Lebensalter erlauben erste Aussagen. Qualitative Analysen, die zum Teil gemeinsam mit den Eltern durchgeführt werden, ermöglichen differenziertere Aussagen über Besonderheiten des Kindes - auch und besonders bezüglich Stärken, beziehungsweise Ressourcen.

Entwicklungsfortschritte oder Profilveränderungen werden durch wiederholte Beobachtungen in Abständen von einigen Monaten deutlich und dienen sowohl der Entwicklungsbegleitung als auch einer effizienteren Diagnostik, beziehungsweise Prognosestellung.

Der verantwortliche Miteinbezug der Eltern in die Erhebung des Entwicklungsstandes des Kindes, ohne gleichzeitige emotionale Überforderung, kann für alle Beteiligten eine Veränderung im (fachlichen) Selbstverständnis darstellen. Er ermöglicht insgesamt ein kooperationsfreundliches Klima zwischen Fachpersonen und Eltern, erhöht die Qualität und Akzeptanz der geplanten Massnahmen und fördert das Vertrauensverhältnis.